Wasserverbrauch reduzieren im Camper

Wasserverbrauch reduzieren im Camper

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Wohnmobil und Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns schon lang beschäftigt.
In diesem Blogbeitrag haben wir Tipps zusammengestellt, um den Wasserverbrauch im Camper zu reduzieren.

Dieser Sommer ist extrem. Die im Mai noch blühenden und grünenden Landschaften haben sich vielerorts in eine Steppe verwandelt, die Bäume schmeißen aufgrund der anhaltenden Trockenheit die Blätter ab. Für den Garten sammeln wir das Regenwasser in einer unterirdischen Zisterne. Doch was, wenn wochenlang kaum Regen fällt?

In diesem Dürresommer 2022 kommen wir nicht umhin, uns mit dem Thema (Trink-) Wasser und Wasserverbrauch zu beschäftigen. Nicht nur zuhause im derzeit knochentrockenen Odenwald, sondern auch, wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Egal wo wir sind, reines Wasser ist ein zunehmend knappes und wertvolles Gut, das wir nicht verschwenden wollen.

Die positive Nachricht: Es liegt in der Natur der Campingdinge, dass man im Camper sowieso schon sparsam mit dem kühlen Nass umgeht. Der Durchschnittsverbrauch beläuft sich bei privaten Haushalten auf etwa 127 Liter pro Tag und Person. Im Camper ist der Verbrauch, auch weil die Kapazitäten des Frischwassertanks begrenzt sind und man zum Auffrischen der Wasservorräte irgendeine Versorgungsstation anfahren muss, signifikant niedriger. Im Schnitt und bei sparsamem Umgang sind es gut 20 Liter pro Tag und Person, will man im eigenen Bordbad duschen, muss man nochmal etwa 20 Liter für das jeweilige Duschvergnügen dazurechnen.

Wasserverbrauch reduzieren im Camper
Reines Trinkwasser auch im Womo ein Luxusgut

Wasserverbrauch reduzieren im Camper – Unsere Tipps

Okay, das ist schon mal deutlich weniger als im Haushalt. Doch geht womöglich noch weniger? Aber wie? Wir vom Team Traumfährten haben uns in den letzten Wochen Gedanken gemacht und haben folgende Vorschläge zusammengetragen, um den Wasserverbrauch im Camper zu reduzieren. Manche der Tipps können natürlich eins zu eins für zuhause übernommen werden, ein paar davon sind eigentlich schon eine Selbstverständlichkeit. Los geht’s:

  • Beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen lassen, sondern einen Zahnputzbecher benutzen.
  • Beim Händewaschen kurz die Hände nass machen, Hände einseifen, dann mit so wenig Wasser wie möglich abspülen.
  • Dasselbe gilt beim Duschen: Beim Einseifen und Schamponieren der Haare nicht das Wasser laufen lassen. Weniger Shampoo oder Haarseife bedeutet weniger Wasser zum Ausspülen. Konsequent kalt zu duschen spart zusätzlich Wasser (und Energie!), weil es weniger verleitet, sich unter der Dusche zu »aalen«. Außerdem ist es gesund, weil es die Abwehrkräfte stärkt und gut für Haut und Haar ist. (Ich praktiziere es seit anderthalb Jahren, im Sommer wie Winter.)
  • Sich die Frage stellen: Muss ich, wenn ich nicht total verschwitzt oder verdreckt bin, wirklich jeden Tag duschen oder tut es eine Katzenwäsche mit dem Waschlappen?
  • Prüfen, ob der Einbau eines Durchflussbegrenzers möglich ist.
  • Das Geschirr nicht unter fließendem Wasser abspülen, sondern Wasser ins Spülbecken oder in eine Schüssel geben. Fettige Töpfe und Pfannen vorher mit Küchenpapier auswischen. Angetrocknete Speisereste auf Tellern oder Kaffeeränder in Tassen können eingeweicht werden, indem man sie mit Wasser aus einer Sprühflasche oder Pumpflasche besprüht und im Anschluss kurz wartet, bevor man sie ins Spülbecken gibt. Gröbere Reste zuvor mit einem Stück Küchenpapier entfernen, so bleibt das Spülwasser länger sauber. Zudem werden unangenehme Gerüche im Grauwassertank vermieden.
  • Eine mit Wasser gefüllte Sprühflasche ist extrem praktisch, um kleinere Verunreinigungen in Küche oder Bad zu entfernen. Zwei, drei kurze Sprühstöße und danach mit einem Lappen nachwischen, fertig. Damit es hygienisch bleibt, genügend Putz-/ Spültücher mitnehmen und regelmäßig wechseln.
  • Beim Kochen sind One-Pot-Gerichte mit Reis, Kartoffeln oder Nudeln echte Zeit-, Wasser- und Energiesparer. Beim Kochen darauf achten, den Deckel aufgelegt zu lassen.
  • Das Kochwasser von Nudeln, Kartoffeln oder Eiern kann übrigens auch zum Geschirrspülen verwendet werden. Ja, hört sich ein bisschen ungewöhnlich an, aber die im Nudelwasser enthaltene Stärke trägt dazu bei, selbst hartnäckige Verkrustungen zu lösen. Oder man fängt das Nudelwasser auf, lässt es abkühlen und nutzt es zur Toilettenspülung. Oder man gönnt den Bäumen und Büschen am Standort einen kleinen Extraguss. Nudelwasser enthält viele Mineralstoffe, die den Pflanzen guttun (sofern man nicht zu viel Salz verwendet). Wenn kein Platz für ein großes Sieb/ einen Durchschlag im Camper ist, die Nudeln mit einem gelöcherten Schaumlöffel aus dem Topf nehmen.
  • Ein Dämpfeinsatz für den Topf spart beim Gemüsekochen Wasser und Energie.
  • Auf eine Trenntoilette umrüsten: 4 bis 5 Liter werden bei der normalen Campingtoilette pro Tag für die Spülung benötigt. Eine Trenntoilette kommt komplett ohne Wasser (und Chemiezusätze) aus, was zudem die Autarkie vor Ort erhöht.
Trinkwasser im Wohnmobil
Frisch aus dem Tank

Unsere Erkenntnis: Auch wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, können wir einiges unternehmen, um wertvolle Ressourcen zu schonen. Es ist uns bewusst, dass wir mit den oben aufgeführten Tipps nicht die Welt an sich retten werden können, doch oft sind es ja die kleinen Schritte, die eine wichtige Bedeutung einnehmen. Und je mehr Camper sich auf diesen Weg der kleinen Schritte begeben, desto eher besteht die Chance, dass wir zusammen Großes bewirken.

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