
Günstiges Reifendruckkontrollsystem fürs Wohnmobil
Ein günstiges Reifendruckkontrollsystem fürs Wohnmobil oder ein teures Profisystem? Was haben wir bei unserem Wohnmobil im Einsatz? Und warum sind wir nach Jahren letztendlich auf ein unkompliziertes preiswertes RDKS umgestiegen? Wir geben euch im Folgenden die Antworten:
Ein Reifenplatzer – Schock auf der Autobahn
Ein Albtraum für jeden Wohnmobilisten: Man fährt mit knapp 100 Stundenkilometern auf der Autobahn, plötzlich ein lauter Knall oder ein Schlaggeräusch. Die Lenkung wird schwammig, das Wohnmobil bricht aus der Spur aus, und man hat wegen der eingeschränkten Lenkfähigkeit Mühe, das Fahrzeug unter Kontrolle, sicher auf dem Seitenstreifen zum Halten zu bringen. Ein Vorderreifen ist geplatzt.
Noch tückischer ist es, wenn einer der Hinterreifen betroffen ist, weil das meistens nicht sofort in dem Augenblick, in dem es passiert, wahrgenommen wird. Erst wenn das Heck ausbricht oder das Fahrzeug zu schlingern anfängt, merkt man, dass etwas drastisch im Argen ist. Zwillingsreifen sind in der Hinsicht besonders kritisch, da das Spurverhalten kaum beeinträchtigt wird. Die ganze Last liegt dann auf dem noch intakten Reifen, der schnell zu heiß werden kann und seinerseits zerbirst. Oft lösen sich bei einem solchen Vorfall Teile des Reifens, schlagen wie Gummigeschosse ein und beschädigen die Radkastenabdeckung, die Bodengruppe oder sogar das Interieur. Der Schaden kann in die Tausende gehen. Damit ist nicht nur die Urlaubslaune hinüber.

Wie kommt es zu einem Reifenplatzer? Die Ursache ist oft eine Beschädigung durch einen (spitzen) Fremdkörper wie ein Nagel oder eine Schraube, das Überfahren von hohen Bordsteinkanten, was zu Schäden im Reifeninneren führen kann, Materialverschleiß, Überladung, Überhitzung oder ein zu niedriger Reifendruck. Dadurch verformt sich der Reifen stärker, erhitzt sich, und es kommt zur Materialschädigung mit gefährlichen Folgen.
Wie kann man sich vor Reifenplatzern schützen kann
Deshalb sollte man vor jeder längeren Tour die Reifen sowie den Reifendruck überprüfen. Aber wie kann man sichergehen, dass auch während der Fahrt alles in Ordnung ist? Wie lässt sich eine drohende Gefahr unterwegs erkennen?
Reifendruckkontrollsystem – Pflicht bzw. freiwillig nachrüsten
Hier kommt ein RDKS, ein Reifendruckkontrollsystem ins Spiel. Solche Systeme kontrollieren fortlaufend den Druck in jedem einzelnen Reifen. Seit dem 1. November 2014 sind sie für in der EU neu zugelassene Pkw (Klasse M1) Pflicht. Viele gängige Wohnmobile waren damals jedoch von dieser Regelung nicht betroffen, weil sie einerseits schwerer als 3,5 Tonnen waren oder weil sie technisch als Nutzfahrzeug (N1) eingestuft wurden oder unter die sogenannte Mehrstufenhomologation fielen. Im Juli 2024 wurde diese Lücke geschlossen, ab dem Datum müssen alle neu zugelassenen Wohnmobile mit einem RDKS ausgestattet sein.
Fahrzeuge, die vor 2024 zugelassen wurden, genießen Bestandsschutz, müssen also nicht zwingend nachgerüstet werden. Sollten sie jedoch freiwillig mit einem RDKS ausgestattet sein, muss dieses bei der TÜV-Hauptuntersuchung einwandfrei funktionieren. Tut es das nicht, kann dies als »erheblicher Mangel« eingestuft werden.
Haben wir ein RDKS fürs Wohnmobil?
Unser Dethleffs Grand Alpa Plus ist Baujahr 2018, stammt also aus der Zeit, in der für Wohnmobile über 3,5 Tonnen noch kein Reifendruckkontrollsystem zwingend erforderlich war. Da wir uns aber der Gefahren, die ein Reifenplatzer mit sich bringen kann, bewusst waren, haben wir schnell nach dem Kauf ein System nachgerüstet. Damals entschieden wir uns für ein Produkt von TireMoni, bei dem die Sensorklappen als Ersatz der Ventilklappen direkt auf das Ventil geschraubt werden. Im Inneren befindet sich ein Druck- und Temperatursensor, so werden ständig die Temperatur im Reifen und der Luftdruck gemessen. Per Funk werden die Daten an das Display im Cockpit gesendet, dabei kann individuell auf das Fahrzeug abgestimmt eingestellt werden, ab welchem Mindestdruck oder Maximaldruck das System durch einen lauten Piepton Alarm schlägt. Die Montage und der Betrieb sind prinzipiell unkompliziert. Mit Ausnahme eines kritischen Punktes: Dadurch, dass unser GAplus auf Iveco Daily mit 9 Metern sehr lang ist und Zwillingsreifen an der Hinterachse hat, kann es zu Funkstörungen kommen. Wir hatten das Problem, dass es bei den Sensoren 5 und 6 an der Hinterachse immer wieder zu Ausfällen kam. Ein Wechsel der Sensoren, verschiedene Gespräche mit dem Hersteller, auch auf den einschlägigen Caravaningmessen, brachten zwar einige Tipps und Verbesserungsvorschläge, doch letztlich keine Lösung. Insbesondere beim Sensor 6 kam es quasi zu einem Totalausfall. Eine letzte Möglichkeit, diesen Fehler zu beheben wäre die Nachrüstung mit einem Funkverstärker gewesen. Eine kostspielige Investition bei einem System, das inzwischen in die Jahre gekommen war. Wir fragten uns, ob sich dies lohne.

Von einem Wohnmobilfreund, der das gleiche Fahrzeug wie wir besitzt, erhielten wir den Tipp, es doch mit einem anderen, deutlich preiswerteren nachrüstbaren Reifendruckkontrollsystem zu probieren, das bei ihm schon länger störungsfrei in Betrieb ist.

Zuerst waren wir skeptisch, das System von KAOLALI TPMS (Tire Pressure Monitoring System) made in China ist mit einem Preis von etwa 40 Euro um einiges günstiger als das von TireMoni. Und wir hegen immer so unsere Zweifel, wenn etwas als vermeintliches »Schnäppchen« angepriesen wird. Aber mit dem alten System und dem ständigen Sensorenausfall kamen wir nicht weiter, wir wollten endlich ein funktionierendes RDKS. Auf einem Kurztrip ins Münsterland wagten wir die Umrüstung auf ein günstiges Reifendruckkontrollsystem fürs Wohnmobil:

Günstiges Reifendruckkontrollsystem fürs Wohnmobil
Die Installation und das Set-up des KAOLALI TPMS waren auch dank des im Lieferumfang enthaltenen Zubehörs kinderleicht zu bewerkstelligen, das Ganze dauerte nicht länger als eine Viertelstunde.

Mit dem Reifendrucküberwachungssystem können sechs Alarmmodi wie schnelle Leckerkennung, Hoch-/Niederdruckwarnungen, Hochtemperaturwarnungen, Sensordefektalarm und Niedrigleistungsalarm bei Sensorbatteriebenachrichtigungen freigeschaltet werden.

Außerdem zeigt es verschiedene Informationen wie Datum, Batteriestand, Druck, Temperatur und Reifenposition an. Das LCD-Display haben wir an der Windschutzscheibe angebracht.

Praktisch finden wir, dass das Display mit einem Solar-Lithium-Batterie-Panel ausgestattet ist und sich so bei Sonnenlicht selbst auflädt. Sollte kein Sonnenlicht vorhanden sein, kann es über einen USB-C-Ladeanschluss gespeist werden. Um die Batterienutzungsdauer zu verlängern, halten wir es so, dass wir das System bei Nichtgebrauch, also während das Wohnmobil zu Hause unter dem Carport steht, abschalten. Das Echtzeit-Überwachungssystem hat bei unseren bisherigen Fahrten tadellos funktioniert, wir sind gespannt, wie es sich im Langzeittest bewährt.
Macht das günstige Reifendruckkontrollsystem fürs Wohnmobil für uns Sinn?

Sicherlich kann man das KAOLALI TPMS nicht mit den deutlich teureren Profisystemen vergleichen. Aber vielleicht muss man manchmal den Mut haben, es mit etwas Einfacherem zu versuchen. Als solides Einsteigermodell ist es durchaus empfehlenswert, der Rest wird sich im Laufe der Zeit zeigen.
P.S.: Da wir das RDKS ganz regulär beim großen Versandhaus mit A erworben haben, muss ich diesen Beitrag auch nicht als Werbung kennzeichen, er gilt der Information und dient zum Austausch mit anderen Wohnmobilisten.



